Sehnsucht
nach einem
besseren Leben

Fotoausstellung von Galina Zernina (Israel)
angelehnt an «Briefe nach Erez-Israel» von Janusz Korczak

Nächste Ausstellung:
30. Oktober - 11. Dezember 2016
Janusz Korczak Haus Berlin
Berlin
Rathausstrasse, 17
www.jktage.de

Ausstellung

Konzept der Ausstellung: Galina Zernina, Michael Epstein

Die Ausstellung ist den Überlegungen über die Gefühle des Menschen gewidmet, der gezwungen wird seinen Heimatort zu verlassen sowie seine Lieblingsbeschäftigung aufzugeben, und sich durchaus bewusst ist, dass diese ihm in einem anderen Land fehlen werden. Gleichzeitig träumt er von neuen Möglichkeiten einen neuen Lebenssinn zu finden und sein Werk in einem neuen Möglichkeitsraum fortzuführen, welcher ihm höchstwahrscheinlich neue Wege aufzeigt und wo neue unvorhersehbare, aber gewünschte Lebenswendungen auf ihn warten.

Diese Ausstellungsthematik handelt über die Stimmungen der Sehnsucht nach dem besseren Leben, die in den «Briefen nach Erez-Israel» von Janusz Korczak zu beobachten sind. Diese Sehnsucht wird wahrscheinlich vielen Menschen bekannt sein, die aus einer Welt in die andere Welt ziehen, aus einer Kultur in eine andere, völlig fremde; über Trauer und Hoffnung, die ohne einander nicht existieren können und sich teilweise so verflechten, das der Mensch es nicht merkt.

Der Ausstellung liegt die Metaphorik des Israels und Polens zugrunde, den Orten an denen Janusz Korczak gewesen war oder gewesen sein konnte. Orten, die von Galina Zernina durch die Prisma der Texte vom großartigem Arzt, Dichter, Pädagogen gesehenen wurden.

Autoren

Galina Zernina — Konzept, Foto
Lehrerin der russischen Sprache und Literatur, Fotokünstlerin aus St. Petersburg, Russland. 2013 nach Israel ausgewandert
Michael Epstein — Konzept, Projektmanager
Leiter des Instituts für alternative Bildung von Janusz Korczak, St. Petersburg, Russland

Geschichte

Janusz Korczak, bekannter polnischer Arzt, Pädagoge und Schriftsteller jüdischer Herkunft befand sich an der Grenze der 30er-40er Jahren des 20. Jahrhunderts zwischen zwei Welten, zwei Kulturen, zwei Ländern...

Korczak war sich dem Europa nahe kommenden Schreck bewusst. Er verstand, was polnische Juden erwartete. Das sich ändernde gesellschaftlich-politische Bewusstsein in Europa und Polen bedeutete einen Krach der Hoffnungen und des Werkes seines Lebens.

Korczak stand vor einer schwierigen Wahl – in Polen zu bleiben und zu beobachten, wie das Werk seines Lebens zerstört wird oder auswandern und alles zurück lassen: seine Arbeit, Freunde, seine Lieblingsstadt Warschau.

Auswanderung nach Erez-Israel versprach die Hoffnung, einen weiteren Versuch, das Leben von Kindern besser zu machen... Erez-Israel ist ein neues Land, in dem neue Menschen aufwachsen... Ein Land, wo der Traum, zurückzukehren, der früher nur in Herzen von Menschen lebte, nun beginnt, durch bestimmte Handlungen der Menschen selbst, Realität zu werden.

Doch ihn drückte das Bewusstsein, das er sein geliebtes Polen verlassen wird...

Ihn faszinierte die ungeahnte Tiefe des Landes, wo jeder Stein Geschichte verbirgt...

Ihn erschrak die Fremdheit des Neuen, Nichtbeherrschen der Sprache, die im neuen Land gesprochen wird...

Ihn beizte der schmerzhafte Wunsch, keine Last zu werden, immer den Menschen dienen zu können.

All das sind Überlegungen und Qualen Korczaks, der nach Palästina auswandern wollte.

Er war sich bewusst, dass er auswandern musste, doch er konnte sich nicht entscheiden und fand unzählige Gründe, die ihn in Polen zurückhielten...

In seine Briefen an Freunde und Schützlinge schrieb Korczak mehrmals über Sehnsucht...

... Sehnsucht nach Polen, das es nicht mehr geben wird...

... Sehnsucht nach einem Ort, wo Kinder ihre Rechte erlangen werden...

... Sehnsucht nach Jerusalem als Ort, wo man sich zurückziehen und über die sein Leben nachdenken kann...

... die bekannte „Sehnsucht nach besserem Leben, das es nicht gibt, aber irgendwann geben wird“, über die Korczak den Kindern schrieb...

... Sehnsucht als Hoffnung, dass „dieses Bestreben zum Gott, zur Heinmat und Liebe führt“...

Korczak hat zweimal Palästina „zwecks Aufklärung“ in 1934 und 1936 besucht

Und er war scheinbar bereit, im Oktober 1939 auszuwandern.

Doch im September sind die faschistischen Truppen nach Polen einmaschiert.

Concept

Fotoausstellung von Galina Zernina ist ein Versuch, durch Mittel der Fotokunst die Qualen des Menschen zu widerspiegeln, der sich nach der zu verlassenden Heimat sehnt und die Hoffnung pflegt, im neuen Land ein neues Leben zu bekommen.

Man kann sich vorstellen, dass vielen Erwachsenen, die über Auswanderung nachdenken, diese Gefühle und Gedanken bekannt sind... Hier bleiben das Werk des ganzen Lebens, die Heimatsprache, Freunde... Und das Empfinden der Unmöglichkeit des weiteren Lebens... Dort erwarten andere Natur, Kultur und anderes Leben... Doch auch die Hoffnung, neue Kräfte zu bekommen, neue Möglichkeiten, neuen Lebenssinn...

So auch Janusz Korczak, der durch die Ereignisse in Polen verödet war, hoffte, nach der Auswanderung nach Palästina nicht nur sich in Erez-Israel zu finden, sondern auch Erez-Israel in sich. Dabei konnte er sich nicht ohne Polen vorstellen, ohne das Werk, dem er Großteil seines Lebens gewidmet hat.

Man sieht, wie Janusz Korczak in seinen Briefen über die in Polen noch nicht gelösten Probleme schreibt, sich über die zu verlassende Heimat grämt und gleichzeitig begierig beobachtet, das Leben von Palästina in sich einsaugt, Anhaltspunkte sucht, die Grundlagen seines künftigen Lebens und Arbeit bilden werden. Somit geriet er zwischen zwei Ländern, zwei Kulturen, zwei Leben...

Diese Ausstellungsthematik handelt über die Stimmungen der Sehnsucht nach dem besseren Leben, die in den «Briefen nach Erez-Israel» von Janusz Korczak zu beobachten sind.

Der Ausstellung liegt die Metaphorik des Israels und Polens zugrunde, den Orten die von Galina Zernina durch die Prisma der Texte von Korczak gesehenen wurden.

Als Raum der Inspiration der Fotokünstlerin sind Orte von Israel und Polen, an denen Janusz Korczak gewesen war oder gewesen sein konnte:

 

 

Die Ausstellung besteht aus Fotoarbeiten, die man in drei Rubriken einteilen könnte:

 

 

Aber auch Zitate und Auszüge aus den Briefen von Janusz Korczak, Archivbilder über das Leben von Korczak und Palästina in 1928-1942 Jahren, Musik, die in Polen und Palästina zu dieser Zeit zu hören war sind untrennbare Attribute dieser Ausstellung.

Somit sind wir voller Hoffnung, dass die Ausstellung diese Polyphonie zeigen wird:

 

 

So ein, nicht unkompliziertes Gespräch – über Korczak und über Sie und uns.

Kontaktiere uns

Adresse

Tel.: +7 (812) 579-72-39
http://akhmatova.spb.ru/

Das Team

• Michael Epstein
Tel.: +7 921 964 85 03
e-mail: alteredu@mail.ru
• Galina Zernina
e-mail: galka_zero@mail.ru

Affiliates